domingo, 18 de dezembro de 2011

Es lebe der deutsche Schäferhund - Heiner Müller - Germania 3 Gespenster am Toten Mann - ES BLIES EIN JÄGER WOHL IN SEIN HORN




Bunker Reichskanzlei

HITLER (zerreisst LandkarteJ
Polen ein Witz Frankreich ein Pappenstiel
Der Balkan Griechenland Wer zählt meine Siege
In Russland Schnee in Afrika der Sand
Der Jude war mein Unglück er säuft
mein Benzin das mir zum Sieg fehlt Seine Asche
Beschwert die Ketten meiner Panzer
(Auftritt Stalin, Ratten im Gefolge)
Stalin
Der Rattenkönig mit dem Riesenrücken
Noch schmeckt ihm sein Sibirien Nicht mehr lange
Dein Rücken wird dein Buckel sein nach mir
Wenn sie die Leichen zählen deine und meine
Willkommen in der Hölle Bolschewik
Sie werden wissen was sie an uns hatten
Wenn überall der Mensch den Menschen frisst
Weil ihm der Platz nicht langt und nicht das Futter


Volk ohne Raum Und werden sich das Maul
Zerreissen über unsre Schlächterein
Während das Blut von ihren Zähnen tropft
Bei jeder Mahlzeit Heuchler und Verräter
Ich habe das Beste gewollt eine Menschheit
Zu Not und Tod bereit und judenfrei
Der deutsche Schäferhund wird es mir danken.


Rattenhuber
(Auftritt Rattenhuber)
Haben Sie das Benzin.

RATTENHUBER
Jawohl, mein Führer.

HITLER
Wir werden es brauchen.

RATTENHUBER
Wohin, mein Führer, geht die Reise.

HITLER
Nach
Walhall.

RATTENHUBER
Das ist weit, mein Führer.

HITLER
Ja.
(Pause)

(Auftritt Goebbels mit toten Kindern)



GOEBBELS
Das waren meine Kinder Meine Zukunft
Ich habe sie geschlachtet Sie sind dein
Wir lassen hinter uns was nach uns kommt
Die Zukunft unser Feind Der Sieg ist unser

(Stalin winkend ab. Damen. Rattenhuber mit Benzinkanistern.)

HITLER
Meine Damen. Ich danke Ihnen allen für die Arbeit,
die Sie geleistet haben in Treue, was wäre das Leben
ohne die Treue der Frau, ich schweige vom Tod, in
meinem Dienst an Deutschland, das mit mir unter-
geht. Verdientermassen, wie ich sagen muss, Verrat
und Feigheit überall und an allen Fronten. (Ge-
schützdonner. Detonationen.
) Sie hören den Triumph
des Untermenschen, der seine Herrschaft antritt.
Der Untermensch hat sich als der Stärkere erwiesen.


Der Mensch mag zugrunde gehn. Ich bin, Sie wissen
es, der Ubermensch. Ich habe das Meinige getan, die
Menschheit auszurotten, die den Planeten über-
schwemmtschwemmt. Nach mir werden andere kommen, die
meine Arbeit fortsetzen. Ich werde diese Welt ver-
lassen, weil sie für mich zu klein geworden ist, zu-
sammen mit Fräulein Eva Braun, die ich vor einer
Stunde geheiratet habe, hier ist der standesamtliche
Beleg, unterzeichnet von Herrn Richard Wagner-
bitte prüfen Sie seine Unterschrift, damit Himmel
und Hölle uns nicht trennen kann, denn ihre Hände
sind rein und meine Hände sind blutig wie die
Hände aller grossen Männer der Geschichte blutig
sind, Alexander Caesar Friedrich der Grosse Napo-
leon (leise) Stalin. In den Dimensionen der Ge-
schichte ist das Blut ein bessrer Treibstoff als Ben-
zin, es führt in die Ewigkeit, und die Treue ist das
Mark der Ehre. Ich gehe zurück zu den Toten, die
mich geboren haben. Jesus Christus war ein Men-
schensohn, ich bin der Sohn der Toten. Ich habe
meinen Astrologen erschiessen lassen, Herrn Fried-
rich Nietzsche, damit er mir vorangeht in das Reich


des Todes, das die einzige Wirklichkeit ist und des-
sen Statthalter auf Erden ich gewesen bin. Die Enkel
werden mich verstehn. Leben wird mein Programm:
Gegen das verlogene Geschwätz der Pfaffen LIEBET
EURE FEINDE das ehrliche Gebot meines deut-
schen Katechismus VERNICHTET SIE WO IHR
SIE TREFFT. Gegen die Lebenslüge des Kommu-
nismus KEINER ODER ALLE die einfache und
volkstümliche Wahrheit FÜR ALLE REICHT ES
NICHT. Ich habe Europa zu meinem Scheiterhaufen
erwählt. Seine Flamme wird mich von meinen staats-
männischen Pflichten entbinden. Ich sterbe als Privatmann.-


(Pause) Aber der Rauch der brennenden
Städte wird meinen Ruhm um die Erde tragen und
die Asche der Krematorien wird den Himmel ver-
dunkeln als mein Denkmal, das der Wind zu
den Sternen trägt nach mir. Denn ewig lebt des Toten Ta-
tenruhm, wie schon die Edda sagt, das Heilige Buch,
die Bibel des Nordens. Es lebe der deutsche Schäferhund, (erschiesst seine Hündin)



DAMEN
Heil Hitler.

(Hitler ab. Zwei Schüsse. Tcznz der Frauen vor dem Hintergrund der brennenden Hauptstadt zu Wagners GÖTTERDÄMMERUNG.)



Heiner Müller Germania 3 - Gespenster am Toten Mann. Kiepenheuer & Witsch, 1996, S.29-33.


"Trauermarsch" from opera Götterdämmerung (Act III, Scene 2)

Dritter Tag des Bühnenfestspiels "Der Ring des Nibelungen"
(Third day of the stage-festival drama "The Ring of the Nibelung")

Siegfried - Siegfried Jerusalem
Conductor - Daniel Barenboim
Choir und Orchestra of Bayreuther Festspiele
Stage & direction - Harry Kupfer
Stage design - Hans Schavernoch
Costume design - Reinhard Heinrich
Video director Horant H. Hohlfeld
Artistic Supervision - Wolfgang Wagner
Filmed in Bayreuth Festspielhaus, June & July 1991

Das Ende einer Freundschaft - Heiner Müller - Germania 3 Gespenster am Toten Mann - Panzerschlacht






















PANZERSCHLACHT

Kreml. Stalin trinkt.


STALIN
Genosse, warum trinkst du in der Nacht.
Was fürchtest du, wo deine Macht Gesetz ist.
Ich weiss von jedem etwas, das ihn umbringt.
In meinem Rücken lebt kein Feind mehr, wie.
Die Toten haben einen leichten Schlaf
Sie konspirieren in den Fundamenten
Und ihre Träume sind es, die uns würgen.
Trotzki der Jude, der den Banquo spielt
Das Beil im Schädel. Es ist ein Stuhl, sonst nichts.
Warum sich fürchten vor einem leeren Stuhl.
Koba, warum brauchtest du meinen Tod.
Das war Bucharin, der Liebling der Partei.
Ich brauchte ihn zum Feind, er war der Beste.
Brav hat er sie gelernt, seine Lektion
Der Liebling der Partei, zwar auf der Folter.
Zwei Tränen für den besten Feind. Ein Sechstel


Der Erde zuckt in meiner Faust. Und wird
Zerspringen in kein Gott weiss welche Stücke
Wenn mir der Tod die Faust aufbricht zur Unzeit.
Mein Arm ist kurz, wie. Und mein Arm ist länger
Als je ein Arm gewachsen ist in Russland
Und Russland ist das Reich der langen Arme.
Es ist ein Kinderspiel: Papier schlägt Stein.


Kein Mensch wiegt mehr als seine Akte, Tinte
Säuft Blut. Die Remington ersetzt die Mauser
Und jede Akte ist die Heilige Schrift.
Wer zählt die Toten, wenn die Gräber leerstehn.
Nicht eh die Menschheit aufsteht von den Knien
Aus ihrem Blut, das wir vergossen haben
Am letzten Parteitag, werden die Denkmäler bluten.
Was ist, wenn unsre Saat nicht aufgeht, Lenin.
Ich habe dieses Land mit Blut gedüngt,


Mit Menschenleibern eine Industrie
Gestampft in meinen Knochenmühlen, ich
Der grosse Stalin, der Führer der Völker.
Ich bin der Bluthund. Mein Privatbesitz
Sind zwei Paar Stiefel. Immer stirbt nur einer
War deine Rede, wenn dich wer gefragt hat
Nach deinen Leichen. Hast du sie gezählt.


Ich bin dein Tod, ich kann sie nicht mehr zählen.
Weil sie der Boden sind, den wir begehn
Auf unserm Weg in deine lichte Zukunft.
Die Menschheit ist ein trübes Material
Ameisen unterm Stiefel. Wie soll ich
Die träge Masse Russland im Genick
Den neuen Menschen schaffen, wenn der alte
Nicht liquidiert wird, Gestern für dein Morgen.
Das Massengrab geht mit der Zukunft schwanger
Menschen aus neuem Fleisch sind was die Zeit
braucht.
Ich backe sie aus ihrem eignen Blut
Und kein Prometheus kommt mir in die Quere
Am Felsen ist noch Platz im Kaukasus.
Wer bin ich. Tot ist tot. Ich mein Gefängnis
In dem ich eingesperrt bin lebenslang
Und wer kann Stalin töten ausser Stalin.


Sie hassen mich, warten auf meinen Tod
Und keiner wagt ein Wort, feig sind sie alle.
Wenn ich mein Todesurteil unterschreibe
Stalin ist ein Verräter tötet Stalin
Stalin befiehlt es, werden sie gehorchen
Weil keiner mir zu widersprechen wagt.
Oder auch nicht, aus Angst vor einer Falle.
Was flüstert in den Korridoren. Wache.
Verrat ist menschlich. Bin ich noch ein Mensch.
Wen ausser Stalin kann Stalin verraten.
In jedem Menschen steckt ein Hitler, ein
Kapitalist, Kulak und Saboteur.
Ich kann nicht warten, bis er aus der Haut fährt.
Wenn man ihn würgt vielleicht nimmt er Vernunft am
Oder gepeitscht von Hunger, oder Angst
Vor Asien oder Aufstand aus den Kellern.
Ich weiss die Träume die herumgehn, Churchill


In deinem whiskyschwabbenden Gehirn:
Den Teufel treibt man mit dem Teufel aus
Der eine bricht dem andern das Genick
Braun gegen Rot Rot gegen Braun wäscht weiss
Den Leichenteppich aus drei Kontinenten
Auf dem ihr euren letzten Tango tanzt
Wer mich nicht lieben will, der soll mich fürchten
Wir tanzen jeder auf seinem Parkett
Mein Trumpf heisst Hitler, Not kennt kein Gebot.


OFFIZIER
Die Deutschen greifen an, Genosse Stalin.

STALIN
Wache. Reisst ihm die Zunge aus. Er lügt.
Ich hätt es wissen müssen, ich zuerst.
Ein Witz der Adler der dem Geier traut.
Und nackt steh ich vor seinen Divisionen
Kopflos meine Armee. Hätt ich sie nicht
Erschiessen lassen, meine Generäle.


Ich musste sie erschiessen lassen, wie.
Verdacht ist Schuld, Verräter überall
Besser ein Tod zuviel als einen Dolch
Im Rücken. Was für Lärm an meiner Grenze.
Die Deutschen greifen an. Wer sind die Deutschen
Ein Haufen Kleinvieh am Westrand von Asien.
Warum der kalte Schweiss auf meiner Stirn.
Vergessen wer ich bin. Der grosse Stalin.
Ich habe Angst vor meinem eignen Schatten.

(Nacheinander drei Erscheinungen: Lenin, lallend und brüllend nach dem zweiten Gehirnschlag, Trotzki, das Beil des Macbeth noch irn Schädel, im deutschere Panzerturm, Hitler, der eine Rede bellt.)

STALIN (zu Lenin)
Das ist sie, deine deutsche Revolution, von der du
geträumt hast im Oktober. Sie werden deine Leiche
aus dem Mausoleum zerren und an ihre Hunde ver-
füttern. Futter für Hitlers Schäferhund, das bist du,
Lenin, für dein geliebtes deutsches Proletariat.
(zu Trotzki)


Trotzki, der Henker von Kronstadt. Jetzt weisst du,
wo dein Platz ist, Bronstein, mit deiner permanenten
Revolution, deiner Steissgeburt aus dem Wiener
Cafehaus: im deutschen Panzerturm, im Nazitank.
(zu Hitler)
Hitler, mein Freund von gestern. Bruder Hitler.


Verbrennst du meine Dörfer. Das ist gut.
Weil sie dich hassen, werden sie mich lieben.
Deine Blutspur wäscht meinen Namen weiss.
Deine Zeit lang, und länger nicht als meine.
Sieg weiter. Jag deine Panzer in den Schnee
Der sie begraben wird, wenn seine Zeit kommt.
Mein Rücken heisst Asien, meine Wölfe warten
Das haben sie gelernt in meinen Lagern.
Dein Krieg ist ihre Hoffnung auf den Weg
Nach Deutschland in deiner Panzerspur.Du hast
Die Schleusen aufgesprengt, jetzt kommt die Flut.
Sie wird zusammenschlagen über dir
Zuerst. Der letzte Sieger ist der Tod.
Im Rattenkäfig wirst du Moskau sehn
Eh dein und meine Toten auferstehn.

Heiner Müller Germania 3 - Gespenster am Toten Mann. Kiepenheuer & Witsch, 1996, S.9-12.



Dennis Junge - Stalin - Germania 3 - Heiner Müller
Auszug aus dem Indentantenvorsprechen 2009 der Universität Mozarteum. Absolventen 2009/2010. Erarbeitet mit Aureliusz Smigiel. Rolle - Stalin, Stück - Germania 3 von Heiner Müller

sábado, 17 de dezembro de 2011

Wild Mountain Thyme




Oh the Summer time is coming
And the trees are sweetly blooming
And the wild mountain thyme
All around the blooming heather
Will ye go lassie go........
And we'll al lgo together
To pull wild mountain thyme
From around the blooming heather
Will ye go lassie go


.
I will build my love a bower
Near yon pure crystal fountain
And on it I will pile
All the flowers of the mountain
Will ye go lassie go............


And we'll all go together
To pull wild mountain thyme
From around the blooming heather
Will ye go lassie go


.
If my true love she were gone
I will surely find no other
Where wild mountain thyme
All around the blooming heather
Will ye go lassie go...........


And we'll all go together
To pull wild mountain thyme
From around the blooming heather
Will ye go lassie go





quinta-feira, 15 de dezembro de 2011

The Hubble Ultra Deep Field: The Most Important Image Ever Taken


Matter is energy. In the universe, there are many energy fields which we cannot normally perceive. Some energies have a spiritual source which act upon a person's soul. However, this soul does not exist ab initio, as orthodox Christianity teaches. It has to be brought into existence by a process of guided self-observation. However, this is rarely achieved, owing to man's unique ability to be distracted from spiritual matters by everyday trivia.
― Graham Chapman, The Complete Monty Python's Flying Circus : All the Words, Volume 2

Galaxy Song



Just remember that you're standing on a planet that's evolving
And revolving at nine hundred miles an hour,
That's orbiting at nineteen miles a second, so it's reckoned,
A sun that is the source of all our power.


The sun and you and me and all the stars that we can see
Are moving at a million miles a day
In an outer spiral arm, at forty thousand miles an hour,
Of the galaxy we call the 'Milky Way'.
Our galaxy itself contains a hundred billion stars.


It's a hundred thousand light years side to side.
It bulges in the middle, sixteen thousand light years thick,
But out by us, it's just three thousand light years wide.
We're thirty thousand light years from galactic central point.
We go 'round every two hundred million years,
And our galaxy is only one of millions of billions
In this amazing and expanding universe.



The universe itself keeps on expanding and expanding
In all of the directions it can whizz
As fast as it can go, at the speed of light, you know,
Twelve million miles a minute, and that's the fastest speed there is.




So remember, when you're feeling very small and insecure,
How amazingly unlikely is your birth,
And pray that there's intelligent life somewhere up in space,
'Cause there's bugger all down here on Earth.












The most incomprehensible thing about the universe is that it is comprehensible.
(Albert Einstein)

Only two things are infinite, the universe and human stupidity. And I'm not sure about the former.
(Albert Einstein)


Humor is just another defense against the universe.
(Mel Brooks)



Once upon a time, in some out of the way corner of that universe which is dispersed into numberless twinkling solar systems, there was a star upon which clever beasts invented knowing.
(Friedrich Nietzsche)






At the height of laughter, the universe is flung into a kaleidoscope of new possibilities.
(Jean Houston)









Who are we? We find that we live on an insignificant planet of a humdrum star lost in a galaxy tucked away in some forgotten corner of a universe in which there are far more galaxies than people.
(Carl Sagan)

Two possibilities exist: Either we are alone in the Universe or we are not. Both are equally terrifying.
(Arthur C. Clarke)

We are just an advanced breed of monkeys on a minor planet of a very average star. But we can understand the Universe. That makes us something very special.
(Stephen Hawking)

Our sun is one of 100 billion stars in our galaxy. Our galaxy is one of billions of galaxies populating the universe. It would be the height of presumption to think that we are the only living beings in that enormous immensity.
(Wernher von Braun)

We are an impossibility in an impossible universe.
(Ray Bradbury)

The universe has a sense of irony, and sometimes you get reminded just how sadistic that can be.
(Laurell K. Hamilton)

The surest sign that intelligent life exists elsewhere in the universe is that it has never tried to contact us.
(Bill Watterson)

One Way Street: Fragments for Walter Benjamin (1993)


Walter Benjamin is one of the most influential thinkers of the 20th century, yet his work is relatively unknown to many. Benjamin, who died escaping the Gestapo in 1940, has been increasingly recognized by artists and thinkers the world over. Born into a wealthy Jewish family, Benjamin was a well-known writer and broadcaster in pre-Hitler Germany before he was forced into exile in 1933 when he fled to Paris.
One Way Street is both an exposition of Benjamin’s ideas and a search for Benjamin the man in locations as diverse as the academics of Moscow, the bookstores of New York, Parisienne arcades and the cemetery in a Spanish costal village that has become a place of pilgrimage for Benjamin devotees. Scholars discuss the impact of Benjamin’s work, and the combination of interviews, stylized reconstruction and archival film results in a dynamic portrait of one of the 20th century’s most influential thinkers.